Abwertung einer Währung
Die Abwertung einer Währung kann verschiedene Gründe haben und muss per se nicht unbedingt schlecht für eine Volkswirtschaft sein. Wie bei jeder wirtschaftlichen Betrachtungsweise kommt es auch hier immer auf den Blickwinkel der jeweils beteiligten Interessengruppen an. Um die verschiedenen Gründe der Abwertung einer Währung und die jeweiligen Konsequenzen an einem praktischen Beispiel näher bringen zu können, sei die Abwertung an Hand des Währungspaares EURO-USD erklärt.
Aus Sicht der Europäer bedeutet eine Abwertung des Euros gegenüber dem US-Dollar zunächst einmal, dass eine Einheit Euro in weniger Einheiten US-Dollar getauscht werden kann. Für in US-Dollar faktorierte Importe wie bspw. Öl müssen demnach nun mehr Euros gezahlt werden, während Exporte günstiger werden. Aus Sicht von Deutschland ist eine Abwertung des Euro demnach gut für die Exportwirtschaft und schlecht für die Importwirtschaft und dem Verbraucher, der deutlich höhere Preise für Benzin und Co. Zu zahlen hat.
Die Gründe für eine solche Entwicklung müssen nicht zwangsläufig in einer Schwäche des Euros liegen, sondern die Gründe können auch in der Stärke des US-Dollars liegen. Um die Umstände besser bewerten zu können, bedarf es eines Blickes auf die Entwicklung verwandter Währungspaare wie bspw. EURO-CHF und USD-CHF. Angenommen die Abwertung begründet sich mit einer Schwäche des Euros, dann wird der Euro auch gegenüber anderen Währungen abwerten. Die Schwäche einer Währung beruht in der Regel auf eine zumindest temporäre Schwäche der jeweiligen Volkswirtschaft, welche die Zentralbank des Landes dazu veranlasst die Zinsen zu senken. Da Kapital äußerst mobil ist, erfolgt der Abzug eines mehr oder weniger großen Teils des Kapitals in ein Land mit höheren Zinsen. Diese Kapitalflucht setzt die Währung unter Druck und leitet die Abwertung ein.
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